Bronchitis




Obstruktive Bronchitis ( Asthma des Säuglings )

 

 

Viele besorgte Eltern kommen mit ihrem Baby in unsere Praxis und berichten über

 

- Atemnot ( schwer Luft bekommen )

 

- Husten

 

Bei der Untersuchung stellt sich heraus, daß das Kind eine Bronchitis hat. Viele Bronchitiden sind einfach nur Erkältungen der tiefen Atemwege. Aber es gibt auch die obstruktive Bronchitis, bei der sich die Bronchien verkrampfen und das Kind noch gut einatmen, aber schlecht ausatmen kann.

 

Man hört das daran, daß die Ausatmungsphase deutlich verlängert ist. Das Kind hustet dementsprechend auch heftiger und länger.

 

Dieses Krankheitsbild ( Obstruktive Bronchtis ) entspricht dem Asthma der größeren Kinder. Die Neigung der Bronchien, sich zu verkrampfen, liegt auf dem Erbgut.

 

Die Auslöser ( Krankheitskeime, Allergene, Warm- Kalt-Wechsel der Atemluft ) führen dann dazu, daß das Krankheitsbild " Obstrutive Bronchitis " auftritt.

 

Die Eltern kommen oft mit den Worten in die Praxis: "Mein Kind hat Husten und röchelt ".

 

Was steckt dahinter? Im folgenden schildere ich Ihnen, welche Vorgänge sich in den Atemwegen bei der Entstehung einer obstruktiven Bronchitis abspielen.


 

Bild 1:  Die Atemwege

 

Die große Luftröhre verzweigt sich in der Lunge immer mehr zu den kleineren Bronchien und Bronchiolen. Das allerkleinste Atembläschen nennt man "Alveole". Diese Alveolen grenzen direkt an die kleinsten Blutgefäße. Dort findet der Gasaustausch statt. Sauerstoff ( O2 ) geht ins Blut und Kohlendioxyd ( CO2 ) wird abgeatmet.




 Bild 2: Entstehung der obstruktiven Bronchitis



Am Eingang der Alveolen befindet sich Muskulatur, sich sich verkrampfen und entspannen kann. Auf der Seite zum Blutgefäß liegt Scheim, der ständig erneuert wird.

 

Bei der Entstehung einer obstruktiven Bronchtis geschieht folgendes:

 

Der Schleim entzündet sich, löst sich nicht mehr richtig und führt sekundär zu einer Verkrampfung der Muskulatur. Diese Verkrampfung führt dazu, daß der entzündete Schleim nicht richtig abgeatmet werden kann. Damit entsteht ein Teufelskreis ( Circulus vitiosus ), der dazu führt, daß die Entzündung nur schwer abheilt.

 

Wie können wir helfen? Es gibt 3  Therapie -ansätze, deren Kombination zur Linderung und Heilung führen können:




1. Anfeuchtung der Atemwege mit Kochsalzlösung ( NaCl ).

 

Da die Alveolen sehr klein sind, müssen winzige Tröpfchen der Kochsalzlösung inhaliert werden. Diese werden durch ein Inhalationsgerät ( z.B. Pariboy) produziert ( siehe Kapitel "Allergie und Asthma"). Das Inhalieren kann mehrfach täglich und in der Nacht stattfinden. Die Kochsalzlösung kann man nicht überdosieren. Das Inhaliergerät wird Ihnen rezeptiert. Sie bekommen es in der Apotheke entweder als Leihgerät oder dauerhaft.

 

2. Entspannung der verkrampften Muskulatur mit einem ß-Mimetikum.

 

Zur Kochsalzlösung ( NaCl ) gibt man in den Inhalator ein ß-Mimetikum, das gezielt zur Entspannung der verkrampften Muskulatur dient. Dieses Medikament gibt es in flüssiger Form, sodaß man eine Anzahl Tropfen pro Lebensalter zur Kochsalzlösung hinzugibt. Das ß-Mimetikum wirkt in der Regel 6 Stunden unabhängig von der Tageszeit.

 

3. Bekämpfung der Entzüdung im Schleim mit Cortisonlösung.

 

In der Regel wird die Entzündung des Schleims in den Alveolen durch Viren hervorgerufen, sodaß ein Antibiotikum ( was Bakterien abtötet ) nicht wirkt. Deshalb stoppt man mit einer Cortisonlösung den Entzündungsvorgang und wartet, bis die Viren von selbst absterben. Dieser Vorgang kann unterschiedlich lange dauern.

 

Deshalb müssen schwer erkankte Säuglinge, die erstmals inhalieren, die Inhalation für mindestens 3, manchmal 6 Monate fortsetzen.


Man gibt zusätzlich zum Kochsalz und zum ß-Mimetikum morgens und abends noch die Cortisonlösung aus einer Ampulle. Man öffnet die Ampulle ( z.B. „Samasthmax“, zieht die Ampulle ( 1ml ) komplett in eine Spritze auf, füllt die Hälfte in den Inhalator zum Kochsalz und dem ß-Mimetikum hinzu und legt den Rest für abends in der Kühlschrank. Cortison wird nur morgens und abends inhaliert.

 

Wenn man diese Zusammenhänge begriffen hat, ist es leichter zu verstehen, warum in der Regel nach Einleitung der Behandlung keine schlagartige Besserung eintritt. Die Behandlung einer obstruktiven Bronchitis erfordert viel Geduld und Zeit. Das Inhalieren ist sehr aufwendig, aber schon bald nach Beginn der Therapie wird Ihnen Ihr Kind signalisieren, daß ihm das Inhalieren gut tut. Nur wenige Kinder lehnen das Inhaliergerät strikt ab. In diesen Fällen kann man versuchen, im Schlaf zu inhalieren.


Bitte lassen Sie Sich nicht von Oma, Tante oder Nachbarin mit Aussagen wie „Das Kortison wird in den Körper aufgenommen und schadet“ beeinflussen.

Das Cortison wird NICHT nennenswert in den Körper aufgenommen und schadet in der angegebenen Dosierung Ihrem Kind gemäß Angaben der Deutschen Gesellschaft für Asthma nicht.


Falls hohes Fieber auftritt oder Ihr Kind die Nahrungsaufnahme verweigert, oder falls sich der Allgemeinzustand Ihres Kindes zunehmend verschlechtert, kommen Sie bitte in die Praxis, um zu klären, ob der Einsatz eines Antibiotikums oder anderer Medikamente erforderlich ist.